Katja Etzold hat an der HTWK Leipzig Museologie studiert und erstellt nun Besucherkonzepte für das Panometer Leipzig.
Das Panorama "Rom CCCXII" im Panometer in Leipzig ist ein Besuchermagnet. Katja Etzold, Absolventin der HTWK Leipzig, konzipierte die Ausstellung, organisiert das Besuchermanagement und führt dort Besucher durch die Ausstellung. Eine von vielen Berufschancen, die man als Museologin hat.
Leise Musik, zirpende Grillen, das Licht legt sich sanft über die ewige Stadt. Die Sonne geht auf in Rom. Nur das dieses Rom in Leipzig liegt – in einem alten Gasometer. „Der Kolossalkopf von Konstantin ist eine originalgetreue Nachbildung eines Teils der gesamten Statue. Was denken Sie wie groß dieser Kopf ist?“, fragt Katja Etzold in die Runde. Die Reisegruppe aus Bochum schaut sich gegenseitig fragend an. „Drei Meter“, schätzt ein älterer Herr. „Fast. 2,85 Meter“, antwortet Katja, „und er wiegt fast 400 Kilogramm. Die 24-Jährige ist im Panometer Leipzig für den Besucherservice zuständig. Der Begriff Panometer setzt sich zusammen aus Panorama und Gasometer, das Panometer präsentiert Riesenpanoramen von Yadegar Asisi im Industriedenkmal des Gasometers. Schon die Auftaktpräsentation „8848Everest360“ war ein Erfolg und auch das aktuelles Panorama „Rom 312“ knüpf daran an. Inzwischen führt Katja Etzold allerdings nur noch gelegentlich Besuchergruppen durch die Ausstellung. „Ich wirke jetzt mehr im Hintergrund, organisiere die Führungen und setze alles daran, dass sich die Besucher gut aufgehoben fühlen“, erklärt die gebürtige Altenburgerin. Katja Etzold hat Museologie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) studiert und kam über ein Praktikum zu ihrem Job im Panometer. „Doch dahin war es ein weiter Weg, ich habe eigentlich mit etwas ganz anderem angefangen“, sagt sie, „mit Steinrestaurierung.“ Für Kunst und Kunstgeschichte hat sich die 24-Jährige schon immer interessiert, aber die Praxis sollte auch nicht zu kurz kommen. Bei einem Praktikum in der Steinrestaurierung fand sie beides verbunden: „Ich durfte bei Kirchensanierungen in Erfurt und Naumburg dabei sein, das war spannend. Aber nach einem halben Jahr merkte ich doch, dass ich woanders hin wollte“, erzählt Katja. Sie ließ sich beraten und wurde so auf die HTWK Leipzig aufmerksam: „Ich wollte in der Region bleiben und der Aspekt Museumspädagogik reizte mich am Studium in Leipzig.“
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| Der Kolossalkopf Konstantins in der Ausstellung. |
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Ein bunt gemischter Jahrgang
Also begann sie im Herbst 2001 ihr Studium an der HTWK Leipzig. Zusammen mit 40 anderen Studenten, die alle aus den unterschiedlichsten Berufen kamen und nicht unbedingt 18 Jahre jung waren. „Ich war doch etwas verwundert, dass auch so viele in den Dreißigern noch einmal studieren wollen“, sagt Katja und lächelt. „Aber gerade die unterschiedlichen Kommilitonen haben das Studium noch mal interessanter gemacht.“ Die Schwerpunkte der Museologie lagen bei Katja Etzold vor allem im Bereich Pädagogik und Management. Trotzdem hat sie Dokumentationspraktika, Archivpraktika und ein archäologisches Ausgrabungspraktikum absolviert. In der Sparte Museum wollte sie dann aber auf jeden Fall bleiben. Und mit ihrem ersten festen Job im Panometer hat sich für Katja ein Traum erfüllt: „Ich erstelle die Führungskonzepte für die Ausstellung. Und das ist nicht immer leicht, denn die Inhalte sind wissenschaftlicher Natur, die Art und Weise, diese an die Gäste zu vermitteln, soll jedoch sehr anschaulich geprägt sein. Es muss bedacht werden, was der Künstler will, aber auch, was das Publikum erwartet.“ Das Panometer will sich nicht nur auf seiner Einzigartigkeit – der Panoramakunst – ausruhen. Die Besucher sollen angeleitet und mit einbezogen werden. Die Betreuer stellen Fragen an die Gäste, erklären unterschiedliche Ansätze und lassen auch den nötigen Freiraum. „Wir stellen uns auf jede Gruppe neu ein, manchmal sind die Besucher schon etwas älter, dann müssen sie die Gelegenheit haben, sich auch mal hinzusetzen“, erklärt Katja.
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| Auch blinde Besucher haben die Möglichkeit mit der Ausstellung Fühlung aufzunehmen. |
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Begeisterte Gäste
Die Führung dauert knapp eine Stunde, danach können sich die Gäste einen Film ansehen und das Panorama genießen oder noch einmal durch die Ausstellung wandeln. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn den Besuchern die Führung gefallen hat“, freut sich Katja. Und diesmal war das der Fall, die Reisegruppe aus Bochum bedankt sich herzlich bei der 24-Jährigen mit den dunklen Haaren. Die Ausstellung wird noch bei Ende 2007 in Leipzig zu sehen sein. Und was kommt im Panometer Leipzig nach Rom 312 „Das kann ich noch nicht sagen, aber ich freu mich jetzt schon auf eine neue Herausforderung. Es ist immer ein Prozess. Gerade wurde das neue Riesenpanorama 1756 Dresden, das in der Landeshauptstadt präsentiert wird, eröffnet. Aber ich denke, dass es in Leipzig auch wieder etwas Großartiges geben wird“, sagt Katja und wendet sich der nächsten Gruppe zu.
Autorin: Katrin Gröschel
| von Pressestelle HTWK Leipzig, am
19.02.07 |
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