Der HTWK Absolvent Daniel Simon ist vor kurzem aus China zurück gekehrt. Dort hat er bei der Bosch Automotive Products (Suzhou) Co., Ldt. seine Diplomarbeit zum Thema „Improvement of default parameter setting for all ABS projects in China“ geschrieben.
Nach seinem Praktikumssemester im Bereich Chassis Sysems Control der Bosch GmbH am baden-württembergischen Standort Abstatt stand für ihn fest das Thema Fahrsicherheitssysteme weiter zu vertiefen und bewarb sich für die Diplomarbeit in China. Sechs Monate Zeit standen dem am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik studierenden Simon zur Verfügung um das komplexe Thema zu bearbeiten und seine Arbeit in englischer Sprache zu schreiben. Doch die Mühe hat sich gelohnt: 1,0 lautet die Note der Gutachter nach der erfolgreichen Verteidigung Ende Oktober.
Zumeist denkt man beim Namen Robert Bosch GmbH an Haushaltsgeräte, doch der größte Geschäftszweig der Firma ist der Bereich Kraftfahrzeugtechnik. Im Bereich der aktiven Fahrsicherheitssysteme wie ABS (Antiblockier¬system) und ESP (Elektro¬nisches Stabilitätsprogramm) ist die Robert Bosch GmbH sogar der größte Automobilzulieferer weltweit.
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| Das Bosch Engineering Center Suzhou |
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Neben seinen traditionellen Standorten in Europa ist Bosch natürlich auch in Asien vertreten und eröffnete 2005 ein Engineering Center in Suzhou um die rasant steigende Nachfrage nach ABS im chinesischen Markt direkt vor Ort bedienen zu können. Auch eine Bosch Produktionsstätte, in der die Komponenten für ABS gefertigt werden, findet sich vor Ort.
Das Antiblockiersystem (ABS) verhindert bei Vollbremsungen das Blockieren der Räder. Damit bleibt das Fahrzeug lenkbar. Der Fahrer kann gleichzeitig stark bremsen und Hindernissen ausweichen. Das erste serienmäßige elektronisch gesteuerte ABS wurde 1978 von der Bosch GmbH in einem Fahrzeug eingebaut. Bis heute wurden rund 130 Millionen Bremsregelsystem mit ABS-Funktion an Fahrzeughersteller in aller Welt ausgeliefert. In Europa gehört das ABS mittlerweile zur gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsausstattung bei Personenkraftwagen. In Asien allerdings steht man noch am Anfang der Entwicklung. Für den neuen und schnell anwachsenden asiatischen Markt wurde von Bosch eine neue ABS-Version entwickelt. Durch veränderte Fahrzeugeigenschaften und Kundenwünsche ist eine Anpassung des in Europa bereits etablierten Systems für den asiatischen Markt notwendig. Dies geschieht in der ABS-Applikationsabteilung, wo eine Abstimmung des ABS an die individuelle Fahrzeugcharakteristik durch das Ändern von Parametern in der ABS-Software erfolgt. In dieser Abteilung war Daniel Simon von April bis September dieses Jahres tätig.
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| Altstadt in Suzhou |
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Neben aller Forschung und Diplomarbeit hat Simon natürlich die Zeit seines Aufenthaltes in China genutzt um Land und Leute ein wenig kennen zu lernen. Suzhou, im Osten Chinas, ca. 100 km von Shanghai entfernt, gelegen, hat 2,3 Millionen Einwohner. Breite asphaltierte Strassen, unzählige Hochhäuser und jede Menge Baustellen dominieren das Stadtbild. 7 Tage in der Woche und 24 Stunden am Tag wird auf den Baustellen gearbeitet und so wachsen in einem rasanten Tempo neue Hochhäuser aus dem Boden. Das traditionelle China, das wir Europäer vor Augen haben, lässt sich trotzdem noch finden. Die Altstadt ist von zahlreichen Gärten geprägt, die teilweise zum Weltkulturerbe gehören.
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| Skyline Shanghai |
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Aber auch Shanghai ist nicht weit entfernt und auf Grund der guten Infrastruktur der Region mit dem Schnellzug in etwa einer halben Stunde zu erreichen. Die Megametropole mit ihren unzähligen Hochhäusern, riesigen Einkaufsstraßen, überfüllten U-Bahnstationen muss man einfach gesehen haben. Durch die zusätzlichen englischen Bezeichnungen fast aller Straßen, U-Bahnstationen, Sehenswürdigkeiten findet man sich auch als Fremder ohne chinesische Sprachkenntnisse sehr gut zurecht.
Die vielen Eindrücke und Erfahrungen von der, mit der westlichen Lebensweise kaum zu vergleichenden, Mentalität und Kultur Chinas konnte Simon nur kurz setzen lassen. Seit Mitte Oktober ist er im Entwicklungszentrum für aktive Fahrsicherheit der Bosch GmbH in Abstatt tätig. Dort beschäftigt er sich mit der ESP - Applikation von Kundenprojekten. Eine konsequente Weiterbeschäftigung des im Studium begonnen Forschungsfeldes.
| von Romy Golanowski, am
03.11.09 |
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