Auf zum Endspurt. Die rosa Einkaufskiste und ich sind im Panometer angekommen. Erstere bekommt den Ehrenplatz direkt neben der Tür und ich begrüße unsere hochklassigen Einlassdienstler Daniel und Sebastian. Wer hat schon angehende Sozialpädagogen als Türsteher. Sollte sich in der Szene durchsetzen, vielleicht gibt es dann weniger Konflikte. Katrin, die alle Fäden in der Hand hält, ist schon seit einer Weile hier und alles ist bestens organisiert.
Das Panometer ist gut gefüllt und der Sektempfang im vollen Gang. Es ist 19.45 Uhr und ich genehmige mir auch ein Glas. Als mich 10 Minuten später jemand nach dem Sektausschank fragt, schaue ich verdutzt auf den leeren Tisch. Naja, diesmal war rechtzeitiges Erscheinen wieder angesagt. Ich genieße die Zeit und erinnere die Gäste daran, dass es auch was zu besichtigen gibt. Na klar, das Panometer. Professor Asisi kommt mir lächelnd entgegen. Ob er mich verwechselt hat? Ich lächle aber freudig zurück und bin bestimmt 2 cm gewachsen.
Klammheimlich zählen wir die Stühle und stellen fest, dass es wahrscheinlich mehr Gäste als Stühle sind. Diesen Hinweis gekonnt unter die Leute gemischt bewirkt, dass wir pünktlich mit dem Vortrag von Professor Asisi anfangen können, denn fast alle sitzen schon ein paar Minuten früher. Die Klappstühle aus dem Foyer brauchen wir doch nicht, da die Treppe im Hintergrund als Loge fungiert.
Eine Stunde ohne Pause, unterhaltsam, bildend und zum Nachdenken anregend. Das ist der Vortrag von Professor Asisi. Ich habe ein Wechselbad der Gefühle, keine Ahnung, wieviel Fluchtpunkte es gibt und im Malen war ich auch nie gut. Dafür weiß ich, wie die Stoffbahnen für das Gesamtbild gedruckt wurden.
Dann kommt schon ein Vorgeschmack auf die große Verabschiedung. Katrin verabschiedet Professor Asisi und Cindy verabschiedet Katrin. Leider geht unsere amtierende Pressechefin nach München. Sicher ein Superangebot, aber uns wird sie fehlen. Ich wünsche ihr still viel Glück und Erfolg.
Meine Kiste füllt sich so ganz nebenbei mit all den Dingen, die irgendwie untergebracht werden müssen. Aber dafür ist sie ja da. Ich schau mir noch einmal Rom an und genieße die Atmosphäre. Es ist schon einmalig. Vor dieser Kulisse werbe ich noch einige Absolventen für unseren Alumniverein. Bei dieser Stimmung kann gar keiner „Nein“ sagen. Hoffentlich hälts an ...
Meine Füße haben jetzt die Form von Bügeleisen, platt und heiß. Ich bin froh, dass unsere Alumni noch einen Platz an ihrem Tisch für mich frei halten. Prompt werde ich nach meinem alten grünen Polo gefragt, der mit dem überdimensionalen VW-Zeichen (1 m Durchmesser). An sowas können sie sich noch erinnern, ist mir ja peinlich. Geschickt lenke ich ab und wir einigen uns nebenbei aufs Du. Die Gelegenheit ist günstig und jetzt sind wir nicht nur Kollegen, sondern auch alle Alumni. Wenn das kein Grund ist.
Kurz vor 23 Uhr müssen wir leider alle verabschieden. Ich bitte dabei auch die Marketingchefin von Professor Asisi zu gehen, aber die nimmt es mir nicht übel und bleibt noch ein bisschen. Na, das hat wieder geklappt. Trotzdem leert sich die Halle und für uns Orgis heißt es jetzt auch Feierabend. Wir drücken uns alle noch mal heftig und sind stolz auf uns. Können wir auch!
Meine Füße stehen entspannt auf dem Gaspedal, ich rolle heimwärts. Es ist jetzt fast Mitternacht und meine Gedanken sind noch unterwegs. Was machen wir beim 2. Alumnitreffen?
[Verfasser ist Kathrin Mandler, FB Medien]
| von Romy Golanowski, am
03.11.09 |
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